Trek America Westerner 2
Die erste große Reise - noch nie geflogen - und dann gleich in die USA. Aber es musste irgendwie sein. Die USA als Traumziel sollte Realität werden. Wir entschieden uns für eine Reise mit Trek America, einem Anbieter der Kleinbusreisen für Jugendliche und junge Leute bis 30 Jahre anbietet. Wir buchten im Reisebüro, heutzutage kann man auch direkt im Internet, auf der Homepage des Anbieters buchen. Wenn man eine so weite Reise machen möchte, sollte man sich auch auf jeden Fall versichern lassen, zum Beispiel bei der URV. Für den Fall, dass etwas dazwischen kommen könnte, ist man dann auf der sicheren Seite.
Hinzu kommt dann noch die Anreise, wir wählten einen Linienflug mit British Airways über London. Im Direktflug von London im Jumbo 747 nach L.A. Die Ankunft in Los Angeles war am späten Nachmittag und es gab glaube ich einen Shuttleservice zum Hotel, dem Startpunkt der Reise. Wir waren nicht die einzigen Deutschen, aber die einzigen als Paar und mit den wenigsten Englischkenntnissen. Das Schulenglsich war lange Zeit ungenutzt und etwas eingeschlafen. Das Gebrauchsenglisch im Umgangston musste man erst neu kennenlernen.
Am ersten Tag unternahmen wir eine Tour durch L.A. Wir schlenderten über den Hollywood Boulevard mit dem berühmten „Walk of Fame“ - dem Gehweg mit den eingelassenen Sternen der Filmstars. Am Chinese Theatre begutachteten wir die Hand- und Fußabdrücke der Stars im Beton. Die Shoppingstreet Rodeo Drive sahen wir und natürlich durfte das Hollywood-Schild nicht fehlen. Danach gings weiter zur ersten Übernachtungsstation San Diego. Uns ist noch gut unser erster Hamburger in den USA in Erinnerung. Am Strand Mission Beach von San Diego sind wir in eine Imbissbude rein und bestellten aus Unkenntnis der anderen Dinge auf der Speisekarte einfach Hamburger. Wir bekamen diese „Riesen-Burger“ auf einem Teller serviert, zubereitet auf dem Rost über dem Feuer mit einer extra Portion Pommes. Daran erinnern wir uns heute noch. Danach schlenderten wir durch den Vergnügungspark am Strand von San Diego und fuhren Holzachterbahn, diese riesigen vollständig aus Holz gebauten Fahrgeschäfte.
Der nächste Vormittag begann mit einem Ausflug nach Mexico. Genauer gesagt nach Tijuana. Dieser Grenzort hat nicht im entferntesten was mit dem Mexico zu tun was wir bei unserer Rundreise 2002 erlebten. Wir haben Tijuana als sehr quirlig, bunt aber auch als laut und dreckig in Erinnerung. Wir durchstreiften in der Gruppe einige Straßenzüge und Märkte. Da wir schon über 21 waren, mussten wir anschließend den eingekauften Schnaps über die streng bewachte Grenze „schmuggeln“. In San Diego besuchten wir dann noch das Science Museum und den Balboa Park, die größte Parkanlage der Stadt, bevor es am nächsten Tag direkt weiter ging nach Las Vegas. In der Nähe von Barstow besuchten wir die Calico Ghost Town. Diese an sich echte Bergbau-Geisterstadt wurde als Touristenattraktion ausgebaut. Cowboyschießereien, Fastfood und Souvenirshops. Halb Museum halb Vergnügungspark. An der Staatsgrenze Nevada erwarten einen direkt die ersten Casinos. Bei unserem Besuch war dort ein Rollercoaster durch ein Hotel/Casino (Buffalo Bills at Stateline) gebaut den wir fuhren. Heute ist dort (zusätzlich) eine riesige Outlet Mall.
Gleich den ersten Abend in Las Vegas wurden wir vor dem Hotel von einer Stretch-Limo abgeholt und zum Las Vegas Strip gefahren - ein gelungener Einstieg ins Nachtleben. Nach einem opulentem All-You-Can-Eat-Buffet, wie wir es auch noch nie gesehen hatten, versuchten wir unser Glück an den Spielautomaten. Mit erstem Anfängerglück und etwas Gewinn sind wir ins Hotel zurück. Wobei wir den ganzen Weg laufen mussten, weil wir den kostenlosen Hotelshuttle am Telefon nicht verstanden was für einen Abholort er uns nannte. Am nächsten Morgen gab es die Möglichkeit einen Fallschirmsprung über Las Vegas zu machen. Sehr naiv sind wir mit zum Las Vegas Airport rausgefahren und da man sonst nichts unternehmen konnte entschied ich mich doch dafür einen Sprung zu wagen. Das erste was man tun musste war einige Fomulare zu unterschreiben mit denen man quasi sein Leben abzeichnete.
Ich war in der letzten Gruppe, konnte zwar erst zusehen wie die anderen sprangen, aber das mulmige Gefühl blieb länger erhalten. Als es dann losging schraubte sich das kleine FLugzeug ca. 15 min lang auf 3000 m Höhe. Dann wurde ich dem Spunglehrer auf den Bauch geschnallt und ehe man sich versieht geht die Tür auf und man wird mit rausgerissen. Der freie Fall ist atemberaubend, der Anzug flattert im Wind, die Brille vermochte kaum den Gegenwind ins Gesicht richtig aufzuhalten und das topfebene Las Vegas unter einem. Nach gut 2000 m, wenn sich dann der Schirm öffnet, gibt es einen unglaublichen Ruck an den Gurten, so dass sich alles zusammenzieht. Die Bremswirkung ist der Wahnsinn. Euphorisiert vom Adrenalin kommt man wieder auf dem Boden an. Und alles was man bekam war dieses lausige T-Shirt... Am Nachmittag war dann Entspannen im Wet 'n Wild Wasserpark Las Vegas bei 113° F (entspricht 45° C). Den Abend verbrachten wir im Musical Starlight Express im Las Vegas Hilton Hotel.
Nächste Station war Tusayan am Rand des Grand Canyon. Zuvor passierten wir den Hoover Dam, der den Colorado River zum Lake Mead aufstaut, noch auf der alten Straße über die Staumauer. Mittlerweile gibt es da einen neuen Highway der dran vorbei führt. Der Zeltplatz in Tusayan lag hinter dem Hubschrauber Landeplatz für die Rundflüge. Wir selbst unternahmen später einen Rundflug über den Grand Canyon im Flugzeug vom nahegelegenen Airport aus. So bekommt man erst einen Eindruck für die gewaltige Weite und die Tiefe des Grand Canyon. Für die Abendunterhaltung bietet Tusayan vieles, von Kino über Essen gehen und Bowling. Am nächsten Tag unternahmen wir dann eine Wanderung in den Canyon auf dem Bright Angel Trail. Wir stiegen ein, zwei Meilen bergab und kehrten dann aber wieder um. Später fuhren wir mit dem Shuttlebus die Aussichtspunkte des West Rim Drives ab.
Aufbruch am frühen Morgen zum Aussichtspunkt Yaki Point. Über den East Rim Drive verließen wir den Grand Canyon wieder. An Page vorbei über die Glen Canyon Bridge an den Lake Powell für ein erfrischendes Bad. Ziel an diesem Tag war der Zion N.P. Wir bezogen einen Zeltplatz am Ausgang vom Zion N.P. Am Nachmittag wanderten wir noch den Trail zu den Emerald Pools. Den Aufstieg zu Angels Landing unternahmen wir erst 1999.
Ein langer Fahrtag nach Kalifonien stand bevor. Vorher sahen wir den „kleinen Bruder“ des Bryce Canyon - Cedar Breaks National Monument. Dieses Amphietheater ähnelt dem im Bryce Canyon. Das es den Bryce Canyon außerdem gibt erfuhren wir eh' erst später. Wir durchquerten „lots of nothing“ - Nevada - und übernachteten in Bishop/Kalifornien. In der Nähe waren heiße Quellen - wie sich herausstellte mehr heiße Schlammtöpfe, was einige aber nicht davon abhielt hinein zu springen. Die vor uns anwesenden Leute waren nicht „amused“ über die Meute Jugendliche, die über sie her fiel. Später lagen wir auf dem Dach des Van und beobachteten Sternschnuppen. Der Sternenhimmel über Californien in der Nacht leuchtete derart intensiv wie wir es auch noch nie gesehen hatten.
Wir erreichten Yosemite über den Tioga Pass und unternahmen die kurzen Touren zu Glacier Point, den Wasserfällen und den Sequoias. Für das Erkunden des Yosemite auf eigene Faust blieb der folgende Tag. Wir nutzten das zu einem Aufstieg zum Nevada und Vernal Fall.
Ein Gänsehautmoment - auch heute noch wenn man daran denkt - war die Fahrt hinein nach San Francisco über die Golden Gate Bridge. Ian unser Tourguide und Fahrer spielte im Autoradio „If you're going to San Francisco“ von Scott McKenzie. Klingt kitschig, aber in dem Moment passte es so wunderbar, dass man sich immer noch gern daran erinnert. Auch wenn wir die Golden Gate Bridge im Nebel nicht sahen. Wir mussten 1999 zurück kommen um ein sonniges San Franciso zu genießen.
Was unternahmen wir in San Francisco: Neben einem Spaziergang über die Golden Gate im Nebel besuchten wir Alcatraz die berühmte Gefängnisinsel. Man setzt mit einer Fähre über. Es gab damals schon Audioführungen mit Walkman, so dass ein sehr anschaulicher und realistischer Eindruck blieb. Während der Audioführung durch den Zellentrakt und das Außengelände kamen auf dem Tonband auch ehemalige Insassen und Wärter zur Wort. Mittlerweile muss Alcatraz auch mit ernormen Mitteln vor dem Zerfall bewahrt werden. Die Salzluft zerfrisst alles. Weiterhin schlenderten wir einfach so durch San Franciscos Straßen, schauten das Cable Car Museum an, fuhren natürlich auch Cable Car, durchstreiften Chinatown, aßen im Hard Rock Café, Pier 39 mit den Seelöwen usw. Später führten wir unser neues Musical-Interesse fort mit der Aufführung von „The Phantom of the Opera“ im Curran-Theatre San Francisco.
Später am Abend dann verließen wir Pier 39 und Fishermans Wharf und winkten, wie im Film gerne gemacht, nach einem Taxi für die Fahrt ins Hotel - es stoppte wirklich eines und der Fahrer ließ es auf dem Weg ins Hotel richtig krachen - er merkte sofort das wir Touris sind und kachelte die Straßen hoch und runter das es eine wahre Freude war.
Von San Francisco direkt nach L.A. Es wurde ein langer Fahrtag über den Pacific Coast Highway. Wenn man mal kurz vom Schläfchen im Van aufwachte erhaschte man einige Blicke auf die grandiose Küste, ansonsten waren alle recht down von den Tagen in San Francisco. Einen Halt machten wir in Carmel by the Sea. Dies ist wohl Clint Eastwoods Heimatstadt in der er auch mal Bürgermeister war - damals schon ein teurer Touristenort mit lauter Kunstgalerien. Den geplanten Stopp in Santa Barbara ließen wir aus um den letzten Tag in Disneyland zu verbringen. Die Rush-Hour am Abend in Los Angeles war gigantisch, auf 5 und mehr Fahrspuren wälzte sich der Verkehr an der Stadt vorbei.
Zum Abschluss nach Disneyland. Nachdem wir den Van und die Ausrüstung geputzt hatten waren wir gegen 9:30 Uhr in Disneyland. Es musste sehr viel Schlange gestanden werden, das weiß ich noch - mit der Monorail gefahren. Die aufregendste Fahrt war jedenfalls Indiana Jones. Mit einem Jeep durch den „Temple of Doom“ von der großen Steinkugel gejagt. Am Abend war König der Löwen-Parade durch Disneyland, muss gerade aktuell gewesen sein.
Eine letzte Nacht verbrachten wir in der Nähe von L.A. und dann gings wieder mit dem Flieger nach Hause.