London 6 Jahre danach
Wir hatten im März 2003 eine Woche Urlaub und wollten mal raus.
Spaßeshalber schauten wir mal nach den sogenannten Billigflügen, ob man da was auf die Schnelle bekommt.
Also ab Dresden ist sowas nur bedingt möglich (in Köln/Bonn umsteigen).
Ab Leipzig fliegt die Cirrus Airline direkt nach London, eine Nachfrage ergab den sagenhaften Preis von 440 € p.P. return.
Bekannt aus den Medien ist ja Ryanair, die fliegen den Flugplatz Altenburg in der Nähe von Leipzig ab 1.5.2003 an. Liegt auch günstig für uns, aber ist zu spät. Auf der Website von Ryanair war dann aber schnell die Route ab Frankfurt Hahn ausfindig gemacht. Und siehe da für einen Flug nach London Stansted wollten sie 2,99 € p.P. one way und das nur eine Woche vor Abflug. Das hätten wir nicht gedacht und so haben wir auch gleich zugeschlagen. Der Preis von 2,99 € ist aber nur die halbe Wahrheit, bei der Buchung kommen dann noch die Steuern und Gebühren der Flughäfen dazu, sowie eine Bearbeitungsgebühr fürs Bezahlen mit Kreditkarte, und das obwohl die Kreditkartenzahlung die einzigste Möglichkeit ist. An Steuern und Gebühren kamen hinzu: für Flughafen Hahn um die 14 € und für Stansted 44 €, schon gerechnet auf 2 Personen. Alles zusammen ergibt dann einen Flugpreis von 45 € p.P. return. Selbst wenn man dann noch die Benzinkosten für die An- und Abfahrt zum Flugplatz hinzurechnet ist das noch ein akzeptabler Preis. Man erhält eine Buchungsnummer mit der man dann am Schalter eincheckt und das wars. Informationen über den Flughafen mit Anfahrtsbeschreibung kann man sich auch ausdrucken.
Als nächstes dann noch ein Hotel gebucht.
Wir reservierten über die Seite von HRS ein drei Sterne Hotel in der Nähe von Paddington Station zum Sonderkonditionspreis von 65 € p.N.
Mit HRS haben wir schon gute Erfahrungen gemacht und dieses Mal klappte es auch wunderbar.
Dort druckt man sich auch am besten die Seite mit der Buchungsnummer und der Hoteladresse aus, aber meist reicht aus wenn man an der Rezeption seinen Namen nennt und dann haben sie schon die Reservierung parat.Über die Ryanair Seite werden auch Hotels vermittelt, aber ich fand keinen günstigeren Preis für ein Hotel dieser Kategorie.
Der Flughafen Hahn liegt etwa 120 km vom Frankfurter Flughafen entfernt.
Die meisten Routenberechnungsprogramme im Internet kennen den Flughafen auch (z.B. ADAC) und man kann sich die Anfahrtsbeschreibung erstellen lassen.
Diese schickte uns von der Abfahrt Rheinböllen der A 61 auf die B 50 Richtung Simmern.
Der Flughafen ist sowohl an der Autobahn und an der Bundesstraße ausgeschildert.
Die B 50 ist teils vierspurig ausgebaut und später normal zweispurig.
Man kommt die ca. 50 km bis zum Flughafen gut voran und braucht keine Ewigkeiten über Feld und Wiesen zu fahren wie es in manchen Berichten zu lesen war.
Am Abzweig zum Flughafen gibt es auch gleich eine ziemlich neue Tankstelle samt Rasthaus (Bohrs Gastro Insel).
Dort bekommt man das Tagesgericht über die Mittagszeit samt Vorsuppe für 4,99 € - sehr zu empfehlen.
Der Flugplatz macht ja auch Werbung mit kostenfreien Parkplatzen.
Als wir einen Parkplatz suchten wurde an einem schon die Schrankenanlage und das Kassenhäuschen für späteres Bezahlen montiert. Nur die etwas entfernt vom Terminal liegenden Parkplätze sind noch kostenlos.
Es verkehrt ein Shuttlebus zum Terminal, 1 € p.P.
Die kostenpflichtigen Plätze kosten 3 €/Tag oder 18 €/Woche.
Alle Parkplätze waren recht voll und man muss schon nach einer Lücke Ausschau halten.
Zirka eine Stunde vor Abflug waren wir im Terminal. Der London Schalter war noch geschlossen und ein Blick auf den Monitor bescherte die Überraschung - flight canceled. An der Information bekamen wir gesagt das aus technischen Gründen der Flug abgesagt wurde und wir automatisch auf den Flug zwei Stunden später umgebucht wurden. Es ist vermutlich so, dass die Flüge wenn sie nur halb ausgebucht sind dann zusammengelegt werden. Auf so was sollte man sich auch einstellen und mit mehr Zeitbedarf einrechnen weil das wohl öfter mal vorkommt. Was bleibt einem anders übrig als zu warten. Der Flughafen bietet einige kleine Shops und ein Café auf, ansonsten ist da nicht viel zum Zeit totschlagen. Der Check in Schalter öffnet 2 Stunden vor Abflug, Ausweis vorzeigen ,die Namen werden auf einer ausgedruckten Liste angestrichen und man erhält eine Plastikbordkarte für den mehrmaligen Gebrauch. Die Sicherheitskontrolle ist wie auf anderen Flughäfen auch, diesmal wurde auch meine Kameratasche gründlich inspiziert wegen der ganzen Ladekabel usw. Das ist auf anderen Flughäfen noch nicht vorgekommen.
Dann wartet man aufs Boarding, was frühestens eine halbe Stunde vor Abflug beginnt.
Die Bordkarten werden wieder eingesammelt und man läuft übers Vorfeld, durch Zäune geleitet, zum Flieger.
Dort stehen dann, fast wie auf dem Busbahnhof, Schilder mit den Zielorten vor den Flugzeugen und man sucht sich das richtige aus.
Das Einsteigen geht dann recht zügig, man sucht sich einen freien Platz oder fragt schon mal wie im Restaurant: ist der Sitz hier frei?
Zur Abflugszeit werden die Türen geschlossen und der Flieger setzt sich in Bewegung, gewartet wird nicht.
Sicherheitshinweise der Crew erfolgen wie überall, die Kabine hat keine Trennwände, alles ein Raum wie im Bus.
Die Flugzeuge selber sind Boeing 737-800, von der kleineren Sorte, aber alle modern und ziemlich neu.
Nach dem Start wird Bordverpflegung zum Kauf angeboten, z.B. Getränke 2 €, Sandwiches 6 €, Selbstverpflegung ist aber auch kein Problem.
Auf jeden Fall sollte man sich dann noch das Ticket für den Stansted Express, der Schnellbahn vom Flugfhafen in die Londoner City, kaufen wenn man vorhat damit zu fahren, ermäßigt 27 € p.P.return statt 34 € regulär am Schalter.
Ist immer noch ein Haufen Kohle aber der schnellste Weg in die Stadt.
Unter Umständen gibt es Busse die billiger sind aber bestimmt nicht schneller.
Wir landeten nach nur einer Stunde Flug, schneller als angegeben, um 16 Uhr.
Passkontrolle und Gepäck auf das wir warten mußten hatten wir nicht, also sofort zum Zug.
Der Stansted Express fährt im Untergeschoss des Terminals ab, Treppe runter, wenn man schon Tickets hat braucht man sich nicht in die Schlange an Schalter stellen, rein in den Zug und schon gings auch los.
Fahrzeit 45 min bis Bahnhof Liverpool Street, je nach dem was für einen günstiger ist wegen U-Bahn umsteigen, kann man auch schon an der Station Tottenham Hale aussteigen, ansonsten fährt der Zug durch.
Entgegen anderer Berichte war der Zug nicht rappelvoll sondern eher leer, aber das kann ja an Wochenenden oder Feiertagen anders sein.
Montag bis Freitag 8 - 16 Uhr fahren 3 Züge pro Stunde, später und am Wochenende 2 pro Stunde, Sonntags nur der Bus.
In Liverpool Street Geld am Automaten geholt, U-Bahn Tickets gekauft und nach Paddington umgestiegen.
Unser Hotel hieß Norfolk Towers , einchecken ohne Probleme und 19:30 Uhr saßen wir schon im Pub bei Fish and chips und einem Guiness.
Weiter gehts mit dem ersten Tag in London.
Rückreise
Auch der Rückflug hielt eine Überraschung bereit, doch zunächst ging alles prima. Morgens mit der U-Bahn zu Liverpool Street gefahren und in den wartenden Stansted Express gestiegen. Der fährt wie gesagt im Laufe des Tages 3 mal in der Stunde (15, 30, 45 min der Stunde). Die im Flieger gekauften Tickets gelten innerhalb von 30 Tagen auch für die Rückfahrt. Der Zug war wieder relativ leer und nach 45 min waren wir am Flughafen. Das ist einer der modernsten Londons, einchecken wie überall, nur hier erhält man richtige Bordkarten aus Papier, dafür sind die Gebühren ja auch dementsprechend hoch. Sicherheitskontrolle ging schnell und im Terminal findet man dann zahlreiche Shops, Restaurants, Duty Free usw. Die Gates von Ryanair befinden sich sozusagen in einem Anbau ganz am Ende des Flughafens, man muß durch Tunnel und über Übergänge ein ganzes Stück laufen. Vergewissern sollte man sich am Monitor oder anhand einer Durchsage, ob das Abfluggate nicht kurzfristig geändert wurde, war nämlich bei uns so. Die ausgedruckten Schilder am Gate haben dann keine Funktion. Meist wird dann in einer langen Schlange aufs Boarding gewartet, jeder will sich ja einen Sitz raussuchen können.
Das Einsteigen klappte auch noch gut.
Als es dann losgehen sollte hieß es in einer Durchsage: wir haben noch eine kleine Schwierigkeit und es kommt zu Verzögerungen.
Man spekulierte in der Kabine das evt. ein Gepäckstück ohne Besitzer an Bord wäre und das nun rausgefunden werden müßte.
War aber nicht so, wir hatten einen extra passenger on board und das wäre illegal so zu starten.
Es kam Sicherheitspersonal des Flughafens an Bord und zählte, verglich Pässe, Bordkarten und schrieb Listen.
Das Ganze dreimal, half aber nicht und wir konnten immer noch nicht starten.
Die Crew einschließlich Kapitän war sichtlich genervt und später auch belustigt.
Letzdendlich ging es dann doch los und ein Mitglied der Crew sagte uns das Problem hätte schon beim Check in begonnen und führte zu einer Unstimmigkeit mit der Passagierliste.
Er fügte noch hinzu:that always happen in Stansted, was auch imer das heißen mag.
Weiter gabs dann keine Probleme mehr und wir landeten mit knapp 2 Stunden Verspätung in Hahn.
Damit will ich nur sagen das man auf solche Verspätungen immer gefaßt sein muß, aber das nimmt man wohl in Kauf wenn der Flugpreis stimmt.
An der deutschen Passkontrolle gabs nochmal einen Stau aber dann ist man ruck zuck raus aus dem Terminal und das Auto stand schließlich auch noch da.