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Südnorwegen

Wir besuchten Bergen, die zweitgrößte Stadt Norwegens. Wenn man auf Bergen zufährt wird man zwangsläufig mit dem Mautsystem für die Innenstadt konfrontiert, diese Zone beginnt relativ weit vor der Stadt, so dass es wohl keinen Sinn macht so weit außerhalb zu parken. BergenVor 2008 hat man wohl die letzten manuellen Zahlstationen abgeschafft und komplett auf automatisch umgestellt. Man findet keinerlei Information dazu in Reiseführern, auch nicht in namhaften. Selbst in der Tourist-Info in der Stadt konnte man uns keine abschließende Auskunft dazu geben wie man sich als Tourist da verhalten soll. Es funktioniert folgendermaßen: Bei Einfahrt in die Mautzone wird das Fahrzeugkennzeichen zusammen mit der Einfahrtszeit erfasst, hat man als Tourist keine automatische Mautplakette hat man eine gewisse Zeit die fällige Maut zu zahlen (allerdings konnte man uns in der Stadt nicht sagen wo...). Andernfalls bekommt man einen Zahlbescheid zugeschickt, wie das bei ausländischen Fahrzeugen wäre und noch dazu bei einem Mietfahrzeug wage ich mir gar nicht vorzustellen. Brygge-ViertelJedenfalls bemerkte ich nachmittags beim Rausfahren aus der Stadt ein Hinweisschild was mit Citymaut zu tun hatte und auf eine Tankstelle wies (kann nicht mehr sagen was genau draufstand), ich fand auch eine Angestellte vor die Deutsch verstand und die fragte nach der ungefähren Einfahrtszeit in die Mautzone, dem Kennzeichen, füllte ein Formular aus und verlangte glaube ich 15 NOK, etwa 2 € oder so. Damit war das erledigt, wenn ich mir vorstelle was wegen den 2 € für eine Maschinerie am Ende in Gang gesetzt worden wäre weiß ich nicht was für ein Betrag rausgekommen wäre oder ob man am Ende gar keine Post bekommt, man weiß es nicht. Das war die einzige Maut dieser Art die uns begegnete, in anderen Städten ist sie entgegen manchen Beschreibungen schon wieder aufgehoben oder man bezahlt direkt an einer Mautstation (Schnellstraße Trondheim, Kristiansand) oder man kann es ganz gut umgehen wie in Oslo.

Nachdem wir in der Innenstadt eine Runde gedreht hatten ohne einen passenden Parkplatz gefunden zu haben, kehrten wir um und fuhren wieder stadtauswärts. Nach dem langen Tunnel bogen wir Richtung Alt-Bergen ab (Gamle-Bergen), dem Freilichtmuseum. Dort in unmittelbarer Nähe parkten wir ohne Beschränkung am Straßenrand wie andere auch. Zu Fuß gings durch das Freilichtmuseum bis wir eine Bushaltestelle fanden und mit dem Bus weiter bis zur Haltestelle Bryggen am Hafen.Wir schauten uns am Hafen um, bummelten durch die Fußgängerzone und zurück und fuhren mit der Standseilbahn (70 NOK Hin/Rück) auf den Fløyen, den Aussichtsberg der Stadt.

Aussicht Fløyen

Oben bietet sich eine tolle Sicht - wenn das Wetter mitspielt, Spielplatz, Restaurant usw. Wieder in der Stadt durchstreiften wir noch die Holzhäuser des Brygge-Viertels. Sie gehören zum Unseco-Welterbe. Die Handels- und Kontorhäuser stammen teilweise aus dem 13.Jh und wurden umfangreich saniert. Auf dem Rückweg warfen wir noch einen Blick in die Festung Bergenhus und sahen uns zum Schluss noch das kleine aber feine und, wie in Norwegen üblich, toll hergerichtete Freilichtmuseum Alt-Bergen näher an.

Wasserfall Am Abend passierten wir noch den Wasserfall Tvindefoss (E 16) bevor wir in der Stalheim-Schlucht einen Parkplatz zum Übernachten fanden. Am Ende der Schlucht brauste ein gewaltiger Wasserfall (126 m) in die Tiefe von dem ich aber den Namen nicht rausfinden konnte.

Am nächsten Tag unternahmen wir eine Fahrt mit der Flåmbahn. Der kleine Ort Flåm am Ende des Aurlandsfjordes ist Ausgangspunkt für die Bahn, welche ein Zubringer zur Fernbahn Oslo-Bergen auf dem Fjell ist. Die Flåmbahn ist eine technische Meisterleistung, von Meereshöhe geht es in nur 20 km Strecke, durch 20 Tunnel auf 870 m Höhe hinauf. Die Bauzeit betrug 20 Jahre, Flåmbahndie durchschnittliche Steigung 5,5%. Wir wollten natürlich gleich mit der ersten Bahn gegen 9 Uhr fahren um dann nach der Rückfahrt noch einiges an Strecke zu absolvieren. Waren auch rechtzeitig am Schalter und mussten feststellen - die erste Fahrt schon ausverkauft. Nachdem ich mich ein wenig umgeschaut hatte zeigte die Anzeigetafel plötzlich wieder über 100 freie Plätze verfügbar an. Vermutlich wird ein Großteil der Tickets geblockt für Reiseveranstalter oder die Kreuzfahrtschiffe die am Kai liegen, wenn dann keiner mitfährt werden die Kontingente wieder frei gegeben. Das war so etwa 15 min vor Abfahrt. Man kann also auch als Spätkommer noch kurzfristig zu einer Fahrkarte kommen. FlåmbahnDer Preis für ein Hin- und Rückticket ist mit 310 NOK recht hoch aber es lohnt sich. Man verlässt das Tal und die Bahn windet sich in schwindelerregenden Serpentinen, teilweise auch im Berg, nach oben. Zwischendurch stoppt der Zug am Wasserfall Kjosfossen, kurzer Halt zum Foto machen. Auf der Rückfahrt hüpfte noch eine elfengleiche Person am Wasser herum und es wurde mystische Musik gespielt. Am Endpunkt Myrdal kann man in die Fernbahn umsteigen, nach unten laufen oder eben nach kurzer Verschnaufpause wieder zurück fahren. Direkt am Bahnhof Flåm wurde ein Schiffsanleger gebaut, so dass die dicken Kreuzfahrer auch direkt am Kai anlegen können und nicht mehr im Fjord ankern müssen. Ob und wie das Sinn macht sei mal dahingestellt. Am Fjord dann noch das Übliche, Imbiss, Souvenirshop und sowas.

Wir verabschiedeten uns recht zügig und befuhren den mit 25 km derzeit längsten Straßentunnel (Lærdalstunnel, mautfrei) nach Lærdal. Im Ortsteil Alt-Lærdal stehen noch Holzhäuser aus dem 17. und 18.Jh - hübscher Fleck für einen Zwischenstop.Alt-Lærdal Mit der Überfahrt über den Lærdalsfjord gelangetn wir näher an unser nächstes Ziel den Fjærlandsfjord. In Kaupanger besichtigten wir unsere erste Stabkirche, die wurde auch sehr engagiert von zwei Schülern in traditionellen Kleidern erläutert (70 NOK Familienkarte). Weiter die E 5 nach Fjærland, wir wollten Gletscher sehen. Kurz vor Fjærland muss man Maut bezahlen für die vorher durchfahrene Tunnelstrecke. Erster Stop war dort das Gletscher Besucherzentrum (Norsk Bremuseum), Multimediaschauen, Filme und Austellung zum Gletscher, Umwelt und Klima bringen einem das Thema näher (Eintritt). In den Seitentälern hat man Zugang zu Gletscherzungen, diese sind Ausläufer des gewaltigen Jostedals-Gletschers mit 500 km². BøyabreenDie Gletscherzunge Bøyabreen erreicht man über eine kurze Buckelpiste rechts ab vor dem nächsten Tunnel aus dem Tal raus, alles gut ausgeschildert. Am Ende der Piste steht ein Ausflugslokal und ein kurzer Weg führt runter an den Gletschersee mit Kühlhauskälte - schöner Anblick auch wenn das Eis sehr weit zurückgezogen ist. Ein Stück auf der Hauptstraße zurück kommt ein Abzweig zum Supphellebreen, ein längeres Stück Schotterweg führt zu einem Parkplatz im Wald (hier könnte man sogar übernachten). Kurzer Spaziergang und man gelangt an den Gletscherabfluss, das Eis auch sehr weit oben dort. Wie gesagt man könnte dort auch über Nacht stehen bleiben, aber wir hatten uns diesmal vorgenommen auf dem Campingpplatz Fjærland zu bleiben wegen Strom usw. - schöne Anlage umgeben von den hohen Gletscherbergen.

Nach Weiterfahrt am nächsten Morgen zur nördlichen Seite des Felsmassives über E 39 und RV 60 nach Olden, unternahmen wir am Ende des Oldetales (24 km lange, teilweise einspurige Straße) eine Wanderung zum Briksdalsbreen - einem weiteren Ausläufer des Jostedalsgletschers. BriksdalsbreenDer Weg führt ab dem Parkplatz mit Restaurant usw. am Anfang recht steil bergan, später eher gerade und eben auf gutem Weg. Man kann sich diesen Teil der Strecke ersparen wenn man in ein bereit stehendes Gelände-Quad für 4 Person einsteigt. Wir fanden den Preis dafür einfach zu hoch. Früher gabs es für diese Arbeit mal Pferdegespanne, da wäre das auch noch etwas romantischer gewesen, jetzt brettern die Quads an einem vorbei und stauben einen voll. Egal, am Ende das Fahrweges muss man trotzdem noch etwa 1 km zu Fuß gehen. GeirangerDie Luft wird deutlich kühler und es bläst ein schöner Wind aus Richtung des Gletschers, man hört das Rauschen des Gletscherbaches und endlich erwartet einen dann ein wunderschöner Anblick - der Gletschersee mit kalbenden Eismassen die eine Kühlhauskälte abstrahlen umramt von glatt geschliffenen Granitwänden im Felskessel.Ein wirklich lohnender Weg zum Gletscher. Nach Rückweg und Mittagspause setzten wir die Fahrt fort und erreichten am Nachmittag die Fähre Hellesylt-Geiranger (RV 60). Es war wenig los und wir kamen ohne Probleme mit. Wir genossen die Fahrt in den Geirangerfjord mit seinen zahlreichen Wasserfällen auf dem Oberdeck. Die einzelnen Sehenswürdigkeiten wurden in mehreren Sprachen erläutert. Geiranger am Fjordende ist umramt von bis zu 1000 m hohen Felswänden und ein beliebtes Ziel für Kreuzfahrtschiffe. Wir trafen wieder das Schiff, das schon in Flåm vor Anker lag. Der Ort selber ist eher klein, Hotels und ein großer Campinplatz, bis auf die paar Geschäfte am Ufer ist nicht viel zu sehen und die hatten teilweise Anfang Juni noch geschlossen. Später fuhren wir die RV 63 zum Dalsnibba hinauf. Die eigentliche Zufahrt zum Dalsnibba ist dann wieder eine Mautstraße (Nibbevegen), wenn im Kassenhäuschen niemand sitz steckt man die 75 NOK in einen Umschlag und wirft den in den Kasten.

Dalsnibba Aussicht

Die Aussischt vom 1476 m hohen Dalsnibba ist wirklich fabelhaft - tief unten Geiranger am Fjord, die aufsteigene Straße und auf der anderen Seite die schneebedeckte Bergwelt. Am Fuße des Dalsnibba lag der See Djupvatnet immer noch unter einer dicken Eisdecke. Vor der Djupvasshytta auf 1030 m übernachteten wir zusammen mit anderen Womos die auf die Freigabe der RV 63 am nächsten Morgen warteten.

TrollstigenAm Morgen kehrten wir zurück nach Geiranger um gleich auf der anderen Seite wieder die sogenannte Adlerstraße (RV 63 Nord) in mehreren Serpentinen hinauf zu fahren. Mit der Fähre Eidsdal-Linge über den Norddalsfjord näherten wir uns den Trollstigen. Der Trollstigveien ist eine spektakuläre Bergstraße. In 11 engen Serpentinen mit bis zu 12% Steigung überwindet sie einen Höhenunterschied von 852 m. Unsere weitere Strecke schlängelte sich an Fjordufern entlang, über Brücken und Fähre Richtung Trondheim. Wir übernachteten auf einem Parkplatz an der E 39.

Vorbei an Trondheim gehts auf der Schnellstraße recht zügig, dafür 4x Maut zahlen. Wir kamen zum See Snåsa Vatnet. An dessen Süd-Ostufer findet man das Bøla-Rentier, eine lebensgroße, rund 5000 Jahre alte Felszeichnung. Weitere Motive wie Bär und Skiläufer findet man in unmittelbarer Nähe. Später, kurz vor Trones an der E 6 legten wir eine Pause am Wasser ein. Danach passierten wir die theoretische Grenze nach Nordnorwegen auf der E 6 mit einem stilisierten Nordlicht über der Straße symbolisiert und mit Rastplatz und Souvenirshop. Übernachtung abseits der E 6 auf einem Parkplatz.

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